THOUGHT LEADERSHIP
Die Detektion gilt seit Langem als einer der herausforderndsten Bereiche der Vermessung – sie erfordert eine komplexe Technologie sowie fachliche Expertise und lässt sich nur schwer monetarisieren. Insbesondere Bodenradar (GPR) wurde oft als teures Werkzeug mit unsicheren Ertragsaussichten abgetan. Deshalb kam es nur bedingt zum Einsatz. Dies ändert sich nun. Dank technologischem Fortschritt und steigender Nachfrage erschließen sich für Vermessungsfachleute neue Optionen in der Detektion. Mit ihrem speziellen Fachwissen für Präzisionsortung und Datenintegrität sind diese in der Lage, GPR effizient einzusetzen, ihr Dienstleistungsangebot zu verbessern und die Nachfrage nach realen Daten zu bedienen. Intelligente Diversifikation dient nicht nur dem Unternehmensausbau, sondern ist auch ein strategischer Schritt, um resilient zu bleiben.
GPR - mehr als ein Nice-to-have
Aufgrund eines gestiegenen Sicherheitsbewusstseins, kostspieliger Versorgungsausfälle und strengerer Vorschriften hat eine genaue Analyse des Untergrunds in vielen Branchen und seitens der Regierung mittlerweile Priorität.
Allein in den USA entstehen jährlich Verluste in Höhe von 30 Milliarden US-Dollar (rund 26 Milliarden Euro) durch Schäden an Vermögenswerten, die bei Aushubarbeiten verursacht werden; weltweit geht man von 100 Milliarden US-Dollar aus. Unabhängig von den Kosten stellen Beschädigungen ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar und verursachen oft einen Dominoeffekt an Ausfällen der Strom- und Wasserversorgung, des Internets und vielem mehr. Da die Strategie, in das ‚Blaue zu graben‘, sehr teuer werden kann, setzen Versorgungs- und Bauunternehmen zunehmend auf GPR, um unbeabsichtigte Schäden zu vermeiden und die Sicherheit für Arbeiter und die Öffentlichkeit zu erhöhen.
Von staatlicher Seite ist weltweit eine Detektion des Untergrunds vor Aushubarbeiten vorgeschrieben – bevorzugt mit GPR als nicht-invasive Lösung. Gleichzeitig ist aufgrund alternder Infrastruktur und des Ausbaus von Versorgungsnetzen ein steigender Bedarf an Aushubarbeiten zu verzeichnen. Alle diese Projekte erfordern detaillierte Daten über- und unterirdischer Infrastruktur.
Allein in den USA entstehen jährlich Verluste in Höhe von
(ca. €26 billion)
is lost annually from assets damaged during excavation work; globally, that number is estimated at
Smart Cities als Zukunftskonzept
Die steigende Anzahl intelligenter Städte – also urbaner Räume, die Technologie und Daten für höhere Effizienz und Nachhaltigkeit nutzen – führt auch zu einer stärkeren Fokussierung auf die Erfassung und Verwaltung unterirdischer Assets. Die oberirdische Stadtentwicklung beginnt oft mit der Kartierung unterirdischer Versorgungsinfrastruktur. Dafür sind Detektionssysteme wie GPR prädestiniert.
Durch die Integration von KI, Cloud-Analytics und GIS-Platt- formen liefert GPR Erkenntnisse in Echtzeit für Anwendungen wie die Ortung von Versorgungsleitungen, den Denkmalschutz, den Katastrophenschutz und intelligentes Wassermanagement.
Die Detektion erweitert den Einsatz digitaler Zwillinge als virtuelle Modelle bebauter Umgebung um die unterirdische Dimension. Städte wie Singapur, Los Angeles, Rotterdam und Seoul nutzen bereits digitale Zwillinge des Untergrunds, während andere, darunter Houston, Kopenhagen, Melbourne und Quebec City, diese gewinnbringend für das Management städtischen Wachstums einsetzen.
Vermessung und Detektion
Der Bedarf ist eindeutig, sodass die Einführung von GPR eine logische Konsequenz zur Erfassung, Interpretation und Kartie- rung von Geodaten und zum Ausbau bestehender Kompeten- zen und Arbeitsabläufe darstellt. GPR ergänzt moderne, von Vermessungsingenieuren bereits eingesetzte Geodaten-Tools wie GNSS und Totalstationen. Durch die Georeferenzierung von Untergrunddaten bieten diese eine noch höhere Genauigkeit bei der Kartierung von Versorgungsleitungen.
Detektionsleistungen runden das bereitstellbare Datenportfolio ab, liefern weitere Einblicke in ein Projekt und verbessern so auch die Zusammenarbeit von Vermessungsingenieuren mit Bauingenieuren und -fachleuten. Dieses Zusammenspiel von Fachkompetenz, entsprechenden Tools und ihrem Stellenwert in der Branche prädestiniert Vermessungsfachleute für den
Einstieg in die Detektion unterirdischer Versorgungsinfrastruktur. Eine Frage bleibt: Kann GPR als neue technische Investition eine bleibende Wertschöpfung generieren.
GPR ist jetzt zugänglicher
Gute Zugänglichkeit umfasst nutzbare und skalierbare Lösungen, bei denen leistungsstarke und mobile GPR-Geräte, intuitive Software und Bedienoberflächen einfach im Unternehmen eingesetzt werden können. Dazu gehören auch entsprechende Dienstleistungsangebote, die sich in einem hohen ROI niederschlagen.
Ob Einstiegslösung oder leistungsstarkes Array-System – mit unseren GPR-Geräten bieten wir individuelle Lösungen, die ihrem Budget, ihrem technischen Know-how und ihren Zielsetzungen hinsichtlich ihres Leistungsportfolios optimal entsprechen.

Leica DS4000 als GPR-Einstiegsmodell etwa verfügt über die höchste Auflösung und Tiefenreichweite weit über die Standardtechnologie hinaus. Dank patentierter Equalized Scrambled-Technologie (EsT) detektiert DS4000 auch bisher nur schwer zu ortende Glasfaserkabel sowie tiefer verlegte unterirdische Versorgungsleitungen wie Abwasserrohre in einem Detektionsdurchgang.
Vermessungsfachleute können nun mit nur einem einzigen Gerät bislang unzugängliche geophysikalische Anwendungen zur Bodenanalyse oder für Gesteinsuntersuchungen anbieten und gleichzeitig bessere Detektionsergebnisse für bestehende Anwendungen für Versorgungsunternehmen, Bauwesen und Infrastruktur liefern.
Leistungsstarke 3D-Arrays
Ein weiterer Meilenstein im Bereich der Detektionstechnologie sind 3D-Array-Systeme. Im Gegensatz zu einem herkömmli- chen 2D-GPR, das auf Online-Scans basiert und nur begrenzte Kontextinformationen liefert, bieten 3D-Arrays eine vollständige Abdeckung sowie tomografische Ansichten unterirdischer Ver- sorgungsanlagen. Sie sind als tragbare Array-Systeme oder in
fahrzeugmontierter Version erhältlich und verbessern sowohl die Genauigkeit als auch die Produktivität der Teams vor Ort.
Mit Stream DP und Stream UP von IDS GeoRadar etwa lassen sich 10 bis 20 Zentimeter Unterbau und tiefere Schichten erfassen, um Bodensenkungen zu erkennen. Mehrzweck-Scans verzeichnen marktunabhängig eine steigende Nachfrage.
Einfachere Dateninterpretation
Eine weitere Möglichkeit, GPR zugänglicher zu machen und die Dateninterpretation zu erleichtern, besteht darin, robuste, detaillierte und genaue GPR-Daten mit KI-gesteuerter Software zu koppeln. Die cloudbasierte Software AiMaps bietet eine intelligente Verarbeitung von Array-Radardaten, sodass sich Scans schneller in verwertbare Ergebnisse umwandeln lassen.
Deep-Learning-Algorithmen verbessern die Analyse und Extraktion von unterirdischen Versorgungsleitungen, unterstützen bei der Erstellung übersichtlicher 3D-Visualisierungen hinsichtlich der Tiefe und der genaueren Position und bieten so aussagekräftige und leicht verständliche Ergebnisse zur Kundenpräsentation.
Datenintegration aus mehreren Quellen
Moderne Detektionslösungen lassen sich in gewohnte Systeme für Positionierung und Datenerfassung – wie GNSS, Totalstationen und Mobile Mapping – integrieren. So lässt sich das bestehende Angebot einfach um neue Dienstleistungen ergänzen.
Zur Erfassung einer höheren Datenmenge etwa können Unternehmen, die bereits mit Mobile Mapping arbeiten, ganz einfach das fahrzeugmontierte GPR-System Stream UP von IDS GeoRadar hinzufügen. Stream UP kann große Flächen mit einer Geschwindigkeit von bis zu 60 km/h erfassen. In Kombination mit mobilen Kartierungsgeräten wie Leica TRK300 lassen sich 3D-Modelle sowohl von oberirdischen als auch von unterirdischen Bereichen erstellen.
Der Einsatz von Reality Capture bei digitalen Zwillingen des Untergrunds schafft neue Geschäftsfelder – insbesondere bei Kunden, die in Smart-City-Initiativen und digitalisierten Infrastrukturprojekten involviert sind. So setzt etwa das britische Unternehmen Severn Partnership Stream UP und Mobile Mapping zusammen ein. Dabei zeichneten sich schnell erhebliche Vorteile ab:
„Innovation und Investitionen machen uns zu einem Top-Unternehmen der Branche“, sagt Ben Barnard, Commercial Director von Severn Partnership. „Stream UP ist eines der jüngsten Beispiele dafür. Wir sind das erste Unternehmen in Großbritannien, das Mobile Mapping mit GPR zur simultanen Datenerfassung einsetzt. Das verschafft uns eine Schlüsselposition auf dem Markt. In weniger als sieben Monaten konnten wir neue Kunden und wichtige Aufträge gewinnen.“
Zukunftsfähiges Leistungsportfolio mit GPR
Die Aufgaben in der Vermessung werden umfangreicher und die Anforderungen der Kunden immer höher. Deshalb ist es sinnvoll, die Detektion strategisch unter dem Aspekt einer Erweiterung der Leistungspalette zu sehen, um mehr Aufträge zu generieren und Unternehmen als innovative Marktführer zu positionieren.
Wer jetzt in Detektionstechnologie investiert, sichert sich den Vorsprung, einen wachsenden Markt zu erschließen, der Konkurrenz einen Schritt voraus zu sein und den sich wandelnden Kundenanforderungen gerecht zu werden.




