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Versteckte Kosten mangelnder Sicherheitstechnologie in der Bauindustrie

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Brad Mullis

Product Manager, Safety Awareness Portfolio Machine Control Division, Leica Geosystems

Rune Lodall

Director Product Management, Machine Control Division, Leica Geosystems

Bauunternehmen weltweit sind sich einig: Sicherheit hat auf der Baustelle oberste Priorität. Die neuesten Daten der Lloyd’s Register Foundation zeigen jedoch, dass mehr als jeder fünfte Bauarbeiter weltweit (22%) in den vergangenen zwei Jahren einen Arbeitsunfall hatte.

Diese Zahlen sind aufschlussreich, dürfen aber keines- wegs nur statistischen Zwecken dienen. Sie stehen für Tragödien, die vermeidbar wären. Übersehene Signale, tote Winkel und verzögerte Reaktionen auf dynamischen Baustellen sind meist die Ursache. Wie lassen sich diese Risiken vermeiden? Die Antwort ist einfach. Moderne Technologien wie Näherungserkennung in Echtzeit, intelligente Wearables und Geofencing verändern die Arbeitssicherheit auf dem Bau.

Diese Lösungen bieten Sensorik in Echtzeit und Warn- hinweise, um Sicherheitsrisiken vor Ort zu senken, und geben Teams die erforderliche Transparenz, Übersicht und Kontrolle, um schwerwiegende Vorfälle in Zukunft zu vermeiden.

Die Vorteile dieser Technologien sind weitreichend bekannt, aber aufgrund von Fehleinschätzungen hinsichtlich Rendite (ROI), Umsetzung und organisatorischen Herausforderungen schreitet die Implementierung im Bausektor zögerlich voran.

Fehleinschätzungen und Vorbehalte

Die Bauindustrie hat sich in den vergangenen zehn Jahren erheblich modernisiert. Technologien wie Drohnen und auto- nome Lösungen sind für zukunftsorientierte Unternehmen selbstverständlicher Teil des Arbeitsalltags geworden.

Dennoch ist die Denkweise noch sehr traditionsbehaftet. Angesichts der Herausforderungen und Zielsetzungen eines Bauunternehmens ist dies verständlich. Wie können Unternehmen trotz Budgetknappheit und dynamischer Baustellen so effizient, rentabel und sicher wie möglich bauen?

Die befürchtete Beeinträchtigung der Produktivität ist einer der Vorbehalte gegenüber dem Einsatz von Sicherheitstechnologie. Baufachleute möchten die tägliche Arbeit ihrer Teams nicht zusätzlich und übermäßig komplizieren.

Erfahrungsgemäß kämpfen viele Branchen damit, Sicherheits- anforderungen und Produktivitätsziele in Einklang zu bringen. Ähnlich verhält es sich mit dem Einsatz emissionsmindernder Technologien: Viele Bauunternehmen demonstrieren gerne ihr hohes Umweltengagement nach außen, aber sobald dies zu Produktionseinbußen führen könnte, rücken Nachhaltigkeit und umweltfreundliche Technologien in den Hintergrund.

Die Berücksichtigung von Sicherheitsaspekten verbessert nicht nur die Arbeitserfahrung der Mitarbeiter, sondern unterstreicht auch unternehmerseitiges Engagement. So lässt sich auch ein entscheidender Wettbewerbsvorteil gegenüber Mitbewerbern erzielen – insbesondere in einer Phase der Instabilität, die geprägt ist von Fachkräftemangel und Budgetkürzungen.

Höhere Produktivität und Rendite

Um Widerstände abzubauen, sollten nicht nur der höhere Sicherheitsaspekt neuer Lösungen, sondern auch die deutlich höhere Produktivität und Rentabilität unterstrichen werden.

Wenn man der Arbeitssicherheit keine Priorität einräumt, hat das nicht nur menschliche, sondern auch weitreichende finanzielle und rufschädigende Folgen. Allein in der US- Bauindustrie belaufen sich die Kosten für schwere, nicht tödliche Arbeitsunfälle auf $10.7 Mrd. pro Jahr. Dennoch konzentrieren sich viele Unternehmen nach wie vor auf die Vorlaufkosten, anstatt langfristige Einsparungen durch Minimierung von Vorfällen, niedrigere Versicherungsprämien und geringere Ausfallzeiten in Betracht zu ziehen. Risiken werden immer Teil des Geschäfts sein. Wenn man aber die richtigen Kontrollmechanismen einsetzt, um dieses Risikopotenzial so gering wie möglich zu halten, schützt man Mensch, Reputation und Gewinn

pro Jahr kosten schwere, nicht-tödliche Arbeitsunfälle allein in der US-Bauindustrie

Entscheidende Vorteile

Lösungen für mehr Sicherheitsbewusstsein sollten in erster Linie die Arbeitssicherheit der Mitarbeitenden gewährleisten, um dann auch die Effizienz, Produktivität und das positive Image eines Unternehmens zu verbessern.

Unser Lösungs-Portfolio für mehr Sicherheitsbewusstsein kom- biniert hochmoderne Sensoren, Kameras, autonome Techno- logien und KI zu einem umfassenden Sicherheitsökosystem. So lassen sich nicht nur Unfälle verhindern, sondern es bieten sich auch kontinuierliche Verbesserungsmöglichkeiten, um Kosten zu reduzieren, Arbeitsabläufe zu optimieren und Projekte auf Kurs zu halten.

Die neueste Lösung im Portfolio, Leica Xsight360, , erkennt potenzielle Gefährdungen sofort und alarmiert Bediener und Mitarbeitende, um Unfälle und Beinahe-Unfälle effizient zu vermeiden. Ferner profitieren Gesundheits- und Sicherheits- manager von der KI-gestützten Prüfung und Berichterstattung bei Vorfällen, um die Effizienz proaktiver und wirkungsvoller Sicherheitsstrategien auch zukünftig sicherzustellen.

Im Kern befassen sich diese Lösungen mit den inhärenten Ge- fährdungen auf Baustellen: starkes Verkehrsaufkommen, Einsatz großer Maschinen, schlechte Sichtverhältnisse, tote Winkel. Sie stellen eine höhere Arbeitssicherheit vor Ort sicher und senken das Risiko für Nacharbeit, Projektunterbrechungen sowie unvorhergesehene Rechtskosten

So berichtet das dänische Unternehmen Mercantec, dass ihre zur Personenwarnung eingesetzten Systeme die Sicherheit der Mitarbeitenden deutlich verbessern, während ein geringeres Ablenkungspotenzial und die damit verbundene bessere Konzentration auf zugewiesene Arbeiten gleichzeitig die Gesamteffizienz eines Projektes deutlich erhöhen.

Großbritanniens Vorreiterrolle

Wenn es um eine branchenweite Umsetzung geht, überzeugt Großbritannien mit einem sehr ausgereiften Sicherheitskonzept.

Ein führender britischer Tier-1-Auftragnehmer und Partner von Leica Geosystems hat einen branchenorientierten Ansatz für die Einführung von Sicherheitstechnologien entwickelt und damit gezeigt, dass interne Führungsinitiativen den Wandel noch schneller vorantreiben können als allein staatliche Regulatorien.

Über einen Zeitraum von vier Jahren testete das Unternehmen herstellerunabhängig verschiedene Sicherheitstechnologien, die an mehreren Standorten und für unterschiedliche Anwendungs- bereiche zum Einsatz kamen. Aus den Rückmeldungen wurden Benchmark-Standards für Systemleistung und Sicherheitsanfor- derungen für jede Aufgabe abgeleitet.

Dieser Prozess umfasste die Listung verschiedener Maschinen nach spezifischen Bereichen und Anforderungen, basierend auf den Besonderheiten der jeweiligen Maschine, wie ihren toten Winkeln. Anschließend mussten die Zulieferer eine Reihe von Tests durchführen, um zu verifizieren, ob ihre Technologie diesen Spezifikationen hinsichtlich Genauigkeit und Leistung auf der Maschine und in der Cloud entsprach.

Auf dieser Basis wurden unternehmensweite Vorgaben festgelegt, wonach mit entsprechender Vorlaufzeit zur Umsetzung ab 2026 alle Maschinen mit bestimmten Sicherheitstechnologien ausgestattet sein müssen. Dies führte zu branchenweiten Auswirkungen für Zulieferer von Produktionsanlagen, andere Tier- 1-Unternehmen und Joint-Venture-Partner.

Das unabhängige Rahmenwerk basiert auf den Benchmarks, unterstützt die Wettbewerbssituation und treibt gleichzeitig die branchenweiten Standards nach oben. So entstehen nach- haltige und realisierbare Veränderungen, die dem gesamten Bauökosystem zugutekommen, ohne dessen Innovationskraft zu limitieren.

Weg nach vorn

Bauunternehmen stehen unter Druck: immer mehr Sicherheits- vorfälle, Fachkräftemangel, knappe Budgets und steigende behördliche Regulatorien. Sicherheitstechnologien bieten umfassende Lösungen, um solche Herausforderungen zu bewältigen. Diese Technologien retten nicht nur Leben, sondern steigern die Wertschöpfung eines Unternehmens dank minimaler Ausfallzeiten, niedrigerer Versicherungskosten und höherer Produktivität.

Solch ein Modell ist zukunftsweisend. Wenn Tier-1-Auftragnehmer die systematische Implementierung von Sicherheitstechnologien und festgelegten Benchmark-Standards umsetzen, schaffen sie einen branchenweiten Wandel, von dem die gesamte Lieferkette profitiert.

Sicherheitstechnologie schützt in erster Linie die Arbeitnehmer. Aber sie verschafft Unternehmen dank höherer Gewinne und Produktivität auch einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Die Technologie zur Lösung der wichtigsten Herausforderungen im Bauwesen ist bereits vorhanden. Die Frage ist nicht, ob sie eingesetzt werden soll, sondern nur noch, wann.

Bedeutung von Investitionen in innovative Sicherheits- technologie im Whitepaper: ‚Geringeres Gefahrenrisiko auf Baustellen‘ (auf Englisch): White Paper: Mitigating struck-by and caught-in or between hazards on construction sites | Leica Geosystems


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