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Fallstudie

Rogfast: Wie Skanska Präzisionstechnologie beim Bau des weltweit längsten und tiefsten Unterwassertunnels einsetzt

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Megan Hansen

Content Strategist at Leica Geosystems

Der Rogfast-Tunnel ist ein beeindruckendes Infrastrukturprojekt, das die Reisezeit zwischen Stavanger und Bergen in Norwegen erheblich verkürzen wird. Als weltweit längster und tiefster Unterwassertunnel setzt sein Bau außerordentliche Präzision voraus. Selbst geringfügige Abweichungen bei Bohr- und Sprengarbeiten haben erhebliche Auswirkungen auf Kosten, Umwelt und Logistik.

Norwegen ist bekannt für seine Naturschönheit, mit Fjorden und vielen Inseln, die das Landschaftsbild prägen. Um etwa im Westen von Stavanger nach Bergen zu gelangen, ist man auf Fähren angewiesen, und die Reisezeit ist dank unsicherer Witterungsverhältnisse schwer kalkulierbar.

Über eine Länge von 27 Kilometern wird der Rogfast- Tunnel die Gemeinden Randaberg und Bokn verbinden. Als längster und tiefster Unterwassertunnel der Welt wird er die Verkehrsanbindung von Pendlern, für Industrie und Tourismus signifikant verändern. Die vierspurige Fahrbahn inklusive Kreisverkehr, Servicetunnel, Belüftungs- und Entwässerungssysteme soll 2033 eröffnet werden – alles unter Wasser und durch den Fels gebaut.

Der Rogfast-Tunnel wird die Orte Randaberg and Bokn verbinden

Herausforderungen unter dem Fjord

Anne Brit Moen, Projektleiterin bei Skanska, erklärt, warum dieses Bauprojekt unter Tonnen von Gestein und Meerwasser so einzigartig ist:

„Das Projekt Rogfast ist wirklich etwas Besonderes. Zwei Teams bohren aufeinander zu und werden sich unterhalb des Fjords in 392 Metern Meerestiefe treffen. Obwohl wir zweifellos die fachliche Expertise für ein solches Projekt haben, ist dieser Tunnelbau aufgrund seiner Länge und Tiefe besonders anspruchsvoll.“

Das Team muss starken Wasserdruck und Wassereintritt meistern, während es unter rauen Bedingungen unter Tage arbeitet. Die Arbeiter kämpfen mit Schmutz, Schlamm, Wasser und Vibrationen durch schweres Baugerät. Die geologische Beschaffenheit des Gesteins lässt anstelle einer Tunnelbohrmaschine nur Bohr- und Sprengarbeiten zu. Insbesondere die kontrollierten Sprengungen erhöhen die Komplexität dieses Tunnelbaus zusätzlich.

Um unter diesen Voraussetzungen die erforderliche Genauigkeit von fünf Zentimetern zu erreichen, ist eine hochpräzise Positionierung erforderlich.

„Zwei Teams bohren aufeinander zu und werden sich unterhalb des Fjords in
Meerestiefe treffen. Obwohl wir zweifellos die fachliche Expertise für ein solches Projekt haben, ist dieser Tunnelbau aufgrund seiner Länge und Tiefe besonders anspruchsvoll.“

Vermessung als Grundlage präziser Ingenieursarbeit

Vermessung ist bei Rogfast mehr als nur ein technischer Arbeitsschritt – sie bildet die Grundlage für dieses Projekt. Von der Festlegung der ersten Referenzpunkte bis hin zur kontinuierlichen Ausrichtung sorgen Vermessungsingenieure für die Präzision, die für ein Projekt dieser Größenordnung erforderlich ist. Selbst kleinste Messabweichungen können kostspielige Verzögerungen und Nacharbeiten zur Folge haben.

Das Projekt beginnt und endet mit der Vermessung. Ohne deren Resultate könnten die Teams ihre Aufgaben nicht ausführen“, sagt Rolf Christian Kværnæs, Leiter Geomatik bei Skanska.

Ein so ambitioniertes Projekt wie Rogfast mit einem Tunnelverlauf unterhalb des Fjords ohne verfügbare GNSS-Signale stellt Vermessungsfachleute vor große Herausforderungen, um die Genauigkeit des Referenznetzes zu gewährleisten.

Die Leica MS60 MultiStation kombiniert die hochgenaue Funktionalität einer Robotic Totalstation mit modernen Scan- und Bildgebungsfunktionen. Dabei bietet diese MultiStation eine nahtlose Integration in Systeme zur Maschinensteuerung und stellt so präzises Nivellieren, Verdichten und Ausheben sicher. Jeder Aushub, jede Absteckung und jede Anpassung entsprechen der Projektplanung genau.

Der Einsatz des Leica AP20 AutoPole erhöht die Effizienz und Flexibilität nochmals zusätzlich. Dank Neigungskompensation bei Messung und Absteckung

lassen sich auch schwer zugängliche Punkte gut erreichen und Hindernisse wie Baumaschinen einfach umgehen.

Kværnæs betont: „Bei einem Projekt wie diesem gibt es keine Fehlertoleranz. Dank der Technologie von Hexagon können wir höchste Präzision liefern.“

Bauen basierend auf Erkenntnissen

Um Daten konsistent und effektiv vor Ort zu erfassen, zu interpretieren und entsprechend reagieren zu können, setzt Skanska moderne Sensoren und Software ein.

Die Software Leica Captivate etwa fungiert als digitale Brücke zwischen Datenerfassung, Entwurfsausführung und Entscheidungsfindung. Ob auf MS60 oder auf einem Controller-Tablet – Captivate erleichtert Aufgaben wie das Abstecken und die As-built-Überprüfung mithilfe einer speziellen App für den Tunnelbau. Die Datenvisualisierung kann in 2D oder 3D erfolgen, sodass Planungsinformationen klar und zugänglich sind.

Nach dem Scan frisch gesprengter Bereiche oder mit Spritzbeton beschichteter Oberflächen, generiert Captivate 3D-Punktwolken, die direkt vor Ort angezeigt und analysiert werden können. Der sofortige Zugriff stellt das zuverlässige Processing der Daten sicher. Dank der Detailgenauigkeit der Daten lassen sich auch Probleme schnell identifizieren. So entspricht jeder Arbeitsschritt genau den Projektspezifikationen.

Höchste Genauigkeit

Präzision ist beim Rogfast-Projekt der Schlüssel zum Erfolg. Schon eine Abweichung von wenigen Zentimetern kann zu kostspieligen Verzögerungen, Umweltschäden und Problemen mit der Logistik führen.

„Bei Bohr- und Sprengarbeiten hat Präzision nicht nur einen großen Einfluss auf die Kosten, sondern auch auf unsere Umweltbilanz“, sagt Moen. Eine Abweichung von 10 Zentimetern beim Bohren und Sprengen etwa würde zu einem zusätzlichen Kubikmeter Gestein pro Meter Tunnel führen. Das hieße energieintensiveres Sprengen, mehr Abraum und zusätzliche Lkw-Transporte. Die Minimierung unnötigen Aushubs reduziert unmittelbar den Kraftstoffverbrauch, die CO₂-Emissionen und den Geräteverschleiß.

Eine Abweichung von

0 cm

beim Bohren und Sprengen etwa würde zu einem zusätzlichen Kubikmeter Gestein pro Meter Tunnel führen

Präzision sorgt auch dafür, dass die Teams auf Kurs bleiben, um unter Berücksichtigung der Toleranzgrenzen an vorgesehener Stelle unterhalb des Fjords aufeinander- zutreffen. Die Lösungen von Hexagon unterstützen dabei, kumulierte Fehler zu vermeiden, und erlauben Skanska, die Einhaltung der Genauigkeitsanforderungen in jeder Bauphase konsistent prüfen zu können.

Nach Abschluss einer Bauphase erstellt Skanska mit dem Laserscanner Leica RTC360 hochauflösende As- built-Scans des Abschnitts und seiner Merkmale. Diese Scans erfassen mit LiDAR HDR-Bilder und zwei Millionen Punkte pro Sekunde und verifizieren die Übereinstimmung des Resultats mit dem Entwurf. Außerdem bieten diese die Möglichkeit der Fortschrittsüberprüfung und -dokumentation.

Spitzenleistung durch Partnerschaft

Die Zusammenarbeit zwischen Skanska und Hexagon belegt eindrucksvoll, wie strategische Partnerschaften und gemeinsame Innovationskraft auch komplexe technische Herausforderungen bewältigen können und zu Spitzenleistungen führen.

„Bei einem Projekt wie diesem gibt es keine Fehlertoleranz. Dank der Technologie von Hexagon können wir höchste Präzision liefern.“

sagt Kværnæs.

Der Bau des Rogfast-Tunnels zeugt von außergewöhnlicher Ingenieursleistung. Er unterstreicht die technische Kompetenz und Zuverlässigkeit von Skanska bei der Umsetzung eines der historisch ehrgeizigsten Infrastrukturprojekte. Angesichts höchster Anforderungen an Technik und Präzision setzt Skanska auf zuverlässige Messungen, modernste Technologie und partnerschaftliche Zusam- menarbeit, um den planmäßigen Ablauf jeder Bauphase sicherzustellen.


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